Montag, 28. Dezember 2009

Wie geht die Familie mit MIR um?

Ich hab so das Gefühl, dass ich so langsam weiß, warum meine Familie so „verdaddert“ ist, über meine Art und Weise, wie ich mit meiner Diagnose umgehe..die haben alle erwartet, dass ich zusammenbrech, heul, lamentier, jammer..aber nichts davon hab ich gemacht. Komisch..anstatt dass die sich freuen, dass ich so damit umgehe.
Sogar meine Mutter, die ja selbst Betroffene ist, nein, sogar sie meinte „JA das kommt noch“. Warum? Was hab ich davon, wenn ich heulend auf den Boden trampel und mich beschwer? Gar nix!
Im gegenteil, so langsam aber sicher macht mich deren Art und Weise, mir zu zeigen, dass ich mich „unnormal“ verhalte ärgerlich. Darüber werde ich wütend. Ich würde mal gern wissen, wie andere, die auch Krebs haben, damit umgehen…Na ja, ab morgen hab ich ja reichlich Gelegenheit das nachzuforschen. Da wo ich hinkomme sind ja jede Menge Frauen.

Ach ja, wollt ich euch erzählen:

Am Tag wo ich auf mein Ergebnis gewartet habe kommt eine junge Dame mir entgegen, eine irre verrückte Kappe auf, in Rot-Orange, mit Blumenmuster, so ein Ding zwischen Fugger-Kappe und Bonnet. Da hab ich noch bei mir überlegt „Hm..das wäre auch was für mich“ (denn ich hab ein Mützen- und Hütefaible) und blickt mich an, lächelt, (ich hatte grad einen kleinen Wut-Panikanfall gemeistert) und sagt „Musst Du zur Stanze?“ „Ne“ sag ich „Ergebnis“. Sie nickt wissend, blickt mich erneut prüfend an und fängt an zu erzählen. Sie hat 6 von diesen Dingern schon hinter sich bringen müssen, immer mit wechselndem Ergebnis. Nun teilte sie mir mit, dass sie ein äußerst aggressives Gen geerbt hat, welches ihr eine 50%ige Rezidiv“chance“ (das ist äußerst ironisch gemeint..so klang sie auch, aber in keiner Weise aufgebend oder negativ) eingebracht hat und erklärte, was ihr bevorsteht. Wenn ich recht erinnere, werde ich sie denke ich morgen auf Station wieder treffen…

Dann haben wir uns gegenseitig von unseren Stanz-Erfahrungen erzählt (die deckungsgleich waren, genau das was ich gefühlt hab, hat sie auch gefühlt bei ihren Untersuchungen) Nach diesem Gespräch habe ich mir gedacht „Ja. Das ist der richtige Weg“.

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