Hallo Ihr Lieben,
Ich möchte Euch etwas erzählen. Ich gehe damit nach außen, um anderen Frauen, die dasselbe haben, Mut zu machen, ihnen einen Weg aufzeigen, wie man auch mit dem „großen bösen K“ auch genannt Krebs umgehen kann, denn nun bin ich nicht nur Angehöriger, sondern direkt betroffen.
Ja ihr hört richtig.
Ich bin nun 39 Jahre alt und habe eine Genveränderung auf dem sog. „P10“ Gen, welches sich im Fachchinesisch Cowden-Syndrom nennt. Das ist auch unter „Hammartomatöser Polyposis“ bekannt.
Das verursacht u.a. Polypen, die zwar meist gutartig sind, aber eben auch die generelle Krebsgefahr erhöhen und die Dinger letztendendes irgendwann entarten lassen kann.
Dies bedeutet für mich im Klartext seit 9 Jahren eine stetige gedankliche Belastung, denn wenn man jedes Jahr die große Tour fährt, von Magen- über Darmspiegelung, Mammographie, Schilddrüsentests hat man irgendwann von allen Leuten, die im weißen Kittel daherkommen, die Nase gestrichen voll. Trotz allem bin ich regelmäßig treu und brav zu den Untersuchungen gegangen.
Nun war es so, dass ich schon seit meinem 21 Lebensjahr von einem Knoten in der linken Brust weiß. Damals, als ich zum ersten Mal deswegen zur Frauenärztin gegangen bin, hieß es noch „So ein Quatsch, mit 21 hat man keine Knoten in der Brust“. Ich ging dann zu einem anderen Arzt, der mich lange Jahre betreut hat, der schickte mich dann halt jedes Jahr zur Untersuchung. Ich hatte halt lange Glück.
Doch ungefähr seit der vorletzten Untersuchung (die war 2008) begann sich der betreffende Bereich zu verändern, so umerklich, dass es mir zuerst gar nicht aufgefallen ist. Erst als ich vor ein paar Tagen auf dem Sofa lag und die Hand auf meiner Flanke liegen hatte, spürte ich dort den Knoten, und zwar so groß, dass ich erschrak.
Die Konsequenz war, dass ich mir sofort einen Termin beim Frauenarzt ausgemacht habe, den Termin hatte ich an meinem Geburtstag.
Mein Doc „jagte“ mich geradezu zur Mammographie, die fand noch am gleichen Tag statt. Gleichzeitig wurde ein Termin zur Stanze vereinbart. Diese fand am Mittwoch danach statt.
Beim Termin im Luisenhospital war ich ziemlich nervös, hatte aber „Backup“ an meiner Seite. Es ging, es war auszuhalten. Dort zeigte der Arzt mir das Ultraschallbild, es sah genau so aus, wie man das von den Filmen her kennt, wenn die Ärzte sich betreten abwenden und „Raumforderung“ murmeln..Interessant war es schon, dort zuzuschauen, ich konnte genau sehen, dass es zwei Knoten sind. Einer ist glattflächig, der andere ist hat dieses „schwarze Loch“. Dann erklärte mir der Arzt, was er tut, wie er es tut und ich konnte, als ich mich wieder etwas gefangen hatte, bei der Untersuchung zusehen.
Es ist schon komisch, wenn man sieht, wie sich die Nadel auf dem Ultraschallbild bewegt…aber nun ja. Als der Arzt in den ersten Knoten stach um Proben zu entnehmen, war es fast schmerzlos, gut auszuhalten. Jedoch bei der zweiten Probenentnahme, die in diesem „schwarzen Gewebe“ stattfand, schrie ich vor Schmerz auf. Es fühlte sich an, als ob er mir mit einem Hammer über die Rippe geschlagen hätte. Auf meine Beschwerde hin meinte der Doc „Nein hab ich nicht“ dann meinte ich sofort, dass er nun in dem anderen Bereich Proben entnommen hatte. Der Arzt bejahte und meinte „Ich muss aber nochmal da rein“. Gewappnet gegen das, was kommen musste, ging es denn weiter, und wieder tat die Entnahme ziemlich weh. Die letzte war dann wieder in dem „festen“ Bereich und wieder schmerzlos zu ertragen. Dies machte mich stutzig.
Als ich dann mit dem Arzt besprach, wann ich das Ergebnis erhalten sollte, meinte ich so zu ihm „Hm..das wird wohl was sein, was?“ Er meinte dann „so schnell schießen die Preußen ja nu nicht, lassen sie uns erstmal nachsehen“. Tags drauf sollte ich dann wiederkommen.
So tat ich auch, wieder mit meinem Backup an meiner Seite. Das war auch sehr gut, dass ich nicht allein war, denn der Arzt ließ mich über zwei Stunden warten. Wie meine Nerven Galopp gelaufen sind, brauch ich euch nicht zu erzählen, was?
Der Witz bei der Sache ist folgender:
Ich wusste von Anfang an, seit ich vom Tisch nach der Stanze aufgestanden bin, was kommt. So hatte ich keine Angst vor dem Ergebnis, ich war nur nervös, weil ich allein vor dem Arztzimmer stand..
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