Montag, 28. Dezember 2009

Morgen, nein, richtiger nachher ist es soweit. Es ist jetzt nach zwölf, schlafen kann ich nicht, aber das tut nichts. Allerhand zieht durch meinen Geist.

Ich muss/werde mich wappnen mit guten Gefühlen, Lachen, Liebe, und einem Bad im Meer der Ruhe. Gnom, auf dich wartet schon jemand, der hat HUNGER!

Guten Appetit Jungs!

Nun ist es etwas später, gerade geht die Sonne auf. Es ist noch nicht ganz halb sechs in der Früh. Die Vögel zwitschern, dass es eine Pracht ist, Wunderschön!!

Leider sind so viele Wolken am Himmel, dass die Sonne, kaum dass sie hinterm Horizont hoch ist, direkt dahinter verschwindet. Aber, ich weiß ja, dass sie DA ist. Genau so, wie ich weiß, dass ich TROTZ der Diagnose, trotz des Knotens, noch da bin.

Gerade lese ich in einem Buch den Satz "Er sah mich an, als wenn ich schon tot sei". Der ist aus dem Buch "Das Anti-Krebs-Buch" von David Servan-Schreiber. Der Autor, ein Arzt, hat einen Gehirntumor (er hatte insgesamt zwei davon) und sein Freund, selbst ein "Weißkittel" reagiert da so komisch. Ich kann diesen Satz nur unterschreiben, solche Blicke habe ich auch schon mehrfach gesehen und kenne meine Diagnose erst seit zwei Wochen. Ich habe gestern überlegt, was wohl werden wird. Ich wollte mein Testament machen, habe es aber nicht getan. Nun, das ist das erste auf meiner To-Do-Liste, wenn ich aus dem Krankenhaus heraus komme.

Ein paar meiner Leuts machen ein Heilungsritual für mich. Schön!

Ab und an schweifen meine Gedanken nun doch davon, aber ich habe mir, wie vereinbart, vorgenommen, mich an dem Tau, welches mich mit dem Leben, meinen Lieben und allem verbindet, festzuklammern. Alle sind sie bei mir, ebenso wie mein Mann, meine Schwester, meine Mutter. Das tut gut.

Dann ziehen Gedanken über meinen Mann durch meinen Kopf, ich kann sie aber nicht richtig fassen. Nun, das wird noch.

Phu, ich bin noch müde, ich leg mich doch noch hin....

Angst? Nervosität? Momentan sitze ich bis zum Hals in meinem Meer der Ruhe, bade und genieße. Da ist kein Platz für die dunklen Gefühle. Im Gegenteil, ich fühle mich, seitdem ich weiß, was ich habe runder, ganzer...besser.

So, nun ist viertel nach acht...ich bin an der Reihe.
.....

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